Reiseplanung Island bisher...
1. Vorbereitungen
2. Astronautennahrung
3. Motorradstiefel
4. Foto - Video - GoPro?
5. Smartphone auf Reisen?


Smartphone auf Reisen?

Es gibt kaum ein sinnvolles Argument dagegen. Jeder, der eines hat, nimmt es auch mit. Ich mag nicht. Mir genügt ein schlichtes Handy für Telefonie und für SMS. Abends rufe ich damit Claudia an, sende ab und zu eine SMS, und im Pannenfall wähle ich die Nummer des ADAC. Für Island habe ich zum ersten Mal daran gedacht, ein Smartphone mit auf die Reise zu nehmen.

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Allein für die App 112 des isländischen Rettungsdienstes lohnt es sich. Die App hat nur zwei Knöpfe: Check-In und Emergency. Bevor man in die Einsamkeit aufbricht drückt man den grünen Check-In Button und sofort wird die eigene Postition als Textnachricht an den Server der Rettungs­leit­stelle gesandt. Der merkt sich die letzten fünf Positionen und tut damit erstmal: Nichts.

Falls man aber in Not kommt, drückt man mit letzter Kraft den roten Emergency Button. Jetzt geht ein Notruf mit den GPS-Koordinaten direkt an die Einsatzleitstelle des Rettungs­dienstes. Was dann geschieht, ist durchaus sehenswert:



Selbst ohne Handyempfang sollte man den roten Knopf drücken, denn schon eine einzelne verirrte Funkwelle reicht aus, um den Ruf in den Äther zu husten.

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer cooler Iceland-Apps, darunter die der Straßenverwaltung Vegagerðin mit Informationen über Straßenzustand und Befahrbarkeit, Sperrungen und sonstigen Warnmeldungen. Nicht nur fürs Hochland kann das wichtig sein.

Außerdem könnte ich live und vor Ort Fotos und Videos auf Google+ posten, abends im Zelt Spiegel Online lesen und natürlich die Kieler Nachrichten, um zu erfahren, was zuhause los ist, und immer wieder E-Mails und WhatsApp. Ein Smartphone auf Reisen bietet unendlich viele Möglichkeiten und einen echten Nutzwert.

Trotzdem habe ich in all den Jahren nie eines mitgenommen. Ich habe ein Moleskine zum Schreiben, mein Kindle zum Lesen und Pieps zur Unterhaltung dabei. Und natürlich mache ich eine Menge Fotos. Jeden Tag verbringe ich viel Zeit damit, meine Erlebnisse ins Tage­buch zu kritzeln. Sonst ist die Hälfte vergessen bevor ich wieder zuhause bin: Was hat Pieps gesagt und was gabs zu Essen?

Ein Smartphone würde meine Art zu reisen völlig verändern und jedes bisschen Abenteuer-Feeling im Keim ersticken. Wenn es an Bord ist, dann nutze ich es auch. Bei schlechter Wetter­vorhersage hätte ich schon miese Laune, bevor auch nur der erste Tropfen gefallen ist. Ich würde WhatsApp machen, Fotos in die Welt senden, Kommentare schreiben, coole Status­mel­dungen absetzen und hundertmal am Tag aufs Wetter glotzen.

Wozu fahre ich in die Einsamkeit, wenn WhatsApp und Wetter-Online schon da sind?

Muss man denn ein Smartphone dabei haben? Überhaupt ein Telefon? Wie war es früher? Auf meinen ersten Enduroreisen in den Achtziger Jahren war das Mobiltelefon noch nicht erfunden. Es gab keine App 112, kein Instagram und für die Wettervorhersage war die Tagesschau zuständig.

Ich war wochenlang unterwegs in Frankreich, oder in Skandinavien, und hab nur einmal zu Hause angerufen. Natürlich von einem Münztelefon aus:
Platzhalter "Hallo? Ich bins. Ja. Ich. Hallo? Mama? Kannst du mich? ... piep, piep, piep ... fremde Münzen nachschmeiß ... Ja, jetzt. Das Wetter ist gut. Nein, kein Hut. Guuuuuhut sage ich. Das Wetter. Gut. Ja, mir auch ... piep, piep, piep ... Grüß Oma von mir und sag ihr nochmal wenn ich ...piep, piep, piep..." Klick! Kein Münzen mehr. Ende.

Fazit: Wenigstens auf Reisen möchte ich offline sein. Sollte aber etwas Schlimmes passieren, dass ich im Krankenhaus liegen muss, irgendetwas zu regeln ist, Fähre canceln, Motorrad kümmern, Flug buchen, Konten bewegen, Gutschein bei ESPRIT einlösen, dann kaufe ich vor Ort ein Smartphone, ramme meine SIM-Karte hinein und bin sofort wieder online.
Platzhalter Ein simples Notfallhandy ist schon ein toller Luxus. Dafür habe ich mir ein Nokia 3310 zugelegt. Der Akku hält ewig und falls Pieps mal langweilig ist, darf sie bei Regen im Zelt sitzen und Snake spielen...
















Svenja Svendura EndurowandernMade by Svenja Svendura on Apple iMac with Panic Coda and Photoshop Elements.