INHALTSVERZEICHNIS
Tag 1: Kiel - Esbjerg
Tag 2: Harwich - Wisbech
Tag 3: Wisbech - Pocklington
Tag 4: York - Hardknott Pass
Tag 5: Eskdale - Carsphairn
Tag 6: Carsphairne - Dunoon
Tag 7: Dunoon - N.Ballachulish
Tag 8: Ballachulish - Isle of Skye
Tag 9: Uig - Applecross - Gairloch
Tag 10: Gairloch - Scourie
Tag 11: Scourie - Durness
Tag 12: Durness - Fort Augustus
Tag 13: Fort Augustus
Tag 14: Ft.Augustus - Ballater
Tag 15: Ballater
Tag 16: Ballater - Peebles
Tag 17: Peebles - Osmotherley
Tag 18: Osmotherley - Pocklington
Tag 19: Kilburn, White Horse
Tag 20: Pocklington - Gt. Carlton
Tag 21: Gt. Carlton - Gt. Yarmouth
Tag 22: Gt. Yarmouth - Harwich
Tag 23: Heimkehr und Fazit
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Reiseroute Tag8 Bullachulish Uig
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Skye Ferry Mallaig
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Armadale Filling Station Sleat
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Broadford CoOp Receipt
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Tag 8 - Ballachulish - Isle of Skye

Full Scottish Breakfast West End Hotel Dunoon Vier Millimeter, so dick sollte der Bacon für ein gutes Frühs­tück geschnitten sein und dieser hier ist perfekt. Auch wenn ich es nur ungern zugebe, aber was das Früh­stück angeht, da stinkt Zelten gegen B&B mächtig ab.

Leicht überfressen starte ich kurz darauf den Ein­zylinder der Kawasaki und mache mich auf den Weg nach Fort William.

Heute will ich mit der Fähre auf die Hebriden übersetzen, eine Inselgruppe vor der Nord­west­küste Schottlands. Dort habe ich mir an der Nord­spitze der Isle of Skye einen prima Camping­platz gestreetviewt. Ich hoffe nur, dass es nicht zu windig wird, denn die Hebriden garantieren angeblich außer Regen auch ständigen starken Wind.

Heute morgen in Ballachulish ist das Wetter prima. Ein klarer sonniger Tag bei 11° C. Nur zwölf Meilen weiter in Fort William sieht der Himmel dagegen dramatisch aus. So leicht lasse ich mich aber nicht mehr täuschen und die Regenkombi bleibt vorerst im Gepäck.

Fort William

Die Fähre zur Isle of Skye legt in Mallaig ab. Eine Reservierung habe ich zwar nicht, aber ich denke, die ist auch nicht nötig.

Roadsign gaelic english Die Strecke von Fort William nach Mallaig nennt sich Road to the Isles und sie ist genau nach meinem Geschmack. Über 42 Meilen schlängelt sich die bekannte Panorama­straße in großer Einsam­keit durch eine atem­beraubend schöne und zugleich wilde Landschaft.

Je weiter ich in das schottische Hochland komme, desto mehr fallen mir die zwei­sprach­igen Schilder in englischer und gälischer Sprache auf.

Auf den Hebriden sprechen viele Einwohner gälisch und alle offiziellen Schilder sind daher zweisprachig ausgeführt. Um diese keltische Sprache zu verstehen nützt mir Englisch wenig. Aber natürlich wird dort auch Englisch gesprochen.

Die Road to the Isles führt nach Nordwesten und wieder habe ich den kalten Seewind von vorn. An den vielen langen Steigungen schalte ich zwei Gänge herunter bis in den vierten Gang, aber schneller als 55 mp/h darf ich hier sowieso nicht fahren und ich halte mich daran.

Road to the Isles
Irgendwo unterwegs an der Road to the Isles

Um die Mittagszeit komme ich in Mallaig an. Das kleine Fischerdorf mit 790 Einwohnern ist bekannt für den Hummerfang. Die größere Bedeutung dürfte es jedoch als Fährhafen zu den Inneren und Äußeren Hebriden haben.

Mallaig Harbour
Der Hafen in Mallaig an der Westküste Schottlands

Der Hafen ist nicht zu verfehlen, denn aus mehr besteht Mallaig nicht und so erreiche ich zwei Minuten später schon den Fähr­anleger. An der Schranke werde ich von einem Arbeiter gestoppt, der wissen will, ob ich eine Reservierung habe.

"Do I really need a reservation?", frage ich ungläubig, denn mit dem Motorrad kommt man doch sonst auf jede Fähre, wenn nicht gerade Kabinenzwang herrscht.

Mallaig Skye Ferry

"It would be better.", erwidert er und in mir wächst der Verdacht, dass es vielleicht nicht die hellste Kerze im Leuchter ist, die sie hier draußen an die Schranke gestellt haben. Ich fahre einfach weiter und stelle das Motorrad direkt an der Laderampe ab. Im Hafenbüro löse ich anschließend ohne Schwierigkeiten ein Ticket für die Überfahrt. Das war einfach.

Motorrad auf der Fähre nach Skye

Ich brauche nicht lange zu warten, bis die Fähre von Skye einläuft und sich ein Strom von Autos, Wohnmobilen und erstaunlich vielen Motorrädern an Land ergießt.

Mallaig Skye Ferry Svenja Motorrad Beschreibung Als letztes Motorrad rollt eine Harley Davidson Softail von Bord und unmittelbar darauf darf ich mit der Green Cow als erstes Fahrzeug aufs Schiff fahren.

Zum ersten Mal erlebe ich, dass eine Decks­mann­schaft die Motorräder festmacht und nicht die Biker selbst für das Sichern der Ladung verantwortlich sind.

Einer der Stauer verzurrt die Green Cow an Deck mit wenigen sparsamen Hand­griffen und ich sehe ihm gerne dabei zu.

Die Überfahrt verbringe ich auf dem Ober­deck und halte Ausschau nach der Isle of Skye.

Als kurz darauf in der Ferne aus dem Dunst eine Insel auftaucht, wird mir sofort deutlich, weshalb die Hebriden als Wetterküche bezeichnet werden, denn eine dramatisch brodelnde Wolken­decke liegt über der Insel und sieht jeden Zentimeter nach Regenkombi und beschlagenem Visier aus.

Für einen Moment bin ich versucht, aus vollem Hals "Land in Sicht!" zu brüllen, aber vielleicht haben die Jungs auf der Brücke das selbst schon gesehen und ich mache mich nur lächerlich. Deshalb verzichte ich darauf.

Es wird Zeit zum Fahrzeugdeck zu gehen, wo die Stauer die Motorräder bereits losgemacht haben. Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis wir in Armadale anlegen.

Isle of Skye Wetterkueche

Das Wetter hat es erneut geschafft, mich zu täuschen, denn beim Anlegen regnet es nicht etwa, sondern in Schottlands Wetterküche scheint die Sonne und es ist ein milder, warmer Tag. Auch die Vegetation scheint hier schon etwas weiter zu sein als auf dem Festland.

Isle of Skye

Isle of Skye
Isle of Skye

An der kleinen Tankstelle in Armadale tanke ich die Cow mit 3,33 Liter Benzin nach und fahre im schönsten Sonnen­schein die Küsten­straße entlang. Mein Tage­sziel ist Staffin an der Nord­spitze der Insel, wo ich heute abend mein Zelt aufschlagen will.

In Broadford halte ich an einer großen Tankstelle mit einem CoOp Supermarkt und kaufe mir zwei Ribeye Steaks vom Scottish Angus Beef und eine Flasche Firsty Ferret. Beides lässt sich prima noch im Tank­rucksack verstauen.

Isle of Skye
Isle of Skye, Single Track Road durch karge Landschaft

Beschreibung Die Straßen auf Skye sind so wechselhaft wie das Wetter. Neben alten Single Track Roads gibt es viele neue Straßen mit einer tiefschwarzen Asphaltdecke.

Große blaue Schilder am Straßenrand verkünden, dass diese Straßen von der Europäische Union finanziert worden sind.

Unzählige Male halte ich zum Fotografieren an und besonders die Wasserfälle begeistern mich.

Kurz darauf fängt es so überraschend zu regnen an, dass ich in einer Blitzaktion wieder die Regenkombi anziehe. Wetterküche, sag ich doch...

Regenkombi Isle of Skye

Isle of Skye Old Man of Storr
Isle of Skye, Old Man of Storr

Nach hundert Kilometern taucht an der Nordostküste Skyes die schroffe Steilküste auf. Ein Wasserfall stürzt sich von den Klippen dramatisch in die Tiefe.

Cliff bei Staffin
Isle of Skye, Steilküste nahe Staffin

Isle of Skye Wasserfall Staffin Ich stoppe, um ein paar Fotos zu machen, aber auf dem Parkplatz am Aussichtspunkt stehen schon ein Reisebus und eine Handvoll Wohnmobile.

Ungeduldig dränge ich mich an der Absper­rung ganz nach vorn, um einmal freie Foto­sicht auf den Wasserfall zu bekommen. Nee, das ist doof hier mit soviel Menschen und ich fahre weiter.

Eine Meile weiter liegt die Staffin Campingsite, wo ich heute zelten wollte. Der Platz gefällt mir aber doch nicht so gut wie im Internet. Zuviel weiße Ware, dazwischen komme ich mir mit dem Zelt ja ganz verloren vor.

Nein, ich fahre einfach solange weiter, bis ich einen Campingplatz finde, der mir besser gefällt. Es ist ja auch erst 14 Uhr.

Inzwischen ist es erstaunlich warm geworden und ich kann die Regenkombi endlich wieder ausziehen. Entgegen dem Uhrzeigersinn fahre ich auf der Küstenstraße um die Nordspitze der Insel herum.

Single Track Road

Küstenstraße? Das ist nur eine alte schmale Single Track Road und ich bin ziemlich erstaunt, als plötzlich der Linienbus nach Portree an mir vorbeisaust. Wow, wenn der mir in einer Kurve entgegengekommen wäre...

Nordkueste Isle of Skye
Isle of Skye, Nordküste mit Blick auf die Äußeren Hebriden

Die Strecke um die Nordspitze der Isle of Skye herum ist wirklich ein absolutes Must Ride. Entlang der schroffen Felsenküste liegen immer wieder kleine Buchten mit weißem Sand und azurblauem Wasser. Der Anblick lädt zum Baden ein, wenn ich nicht wüsste, dass das Wasser schweinekalt ist.

Allmählich könnte ich einen Campingplatz und eine Tankstelle gebrauchen. Hinter einer Bergkuppe sehe ich eine kleine Ortschaft direkt an der Küste. Das muss Uig sein, wo die Fähre zur Isle of Lewis ablegt. Schon von oben erkenne ich eine kleine Tankstelle, die Uig Filling Station, wo es außer Benzin auch erstklassige Bacon Rolls gibt.

Isle of Skye Uig

An der Tankstelle wird gerade der Bus einer Reisegruppe japanischer Schüler betankt. Ich nehme den Helm ab und lache die Kids strahlend an, die ganz begeistert sind, eine alleinreisende Frau auf einem japanischen Motorrad zu sehen und sofort werden einige pinke Handies auf mich gerichtet. Die Mädchen sind total flippig angezogen und tragen sogar noch kürzere Röcke als ich für gewöhnlich.

Beim Bezahlen frage ich an der Kasse, ob es einen Campingplatz in der Nähe gibt und ich habe Glück. Gleich hinter der Tankstelle geht es rechts zur Uig Campsite, einer der wenigen Plätze, wo Zeltcamper bevorzugt behandelt werden, denn der schönste Teil des Platzes ist nur für Zelte reserviert. Tents Only heißt es auf einem verwitterten alten Schild.

Uig Campsite

Wenige Minuten später verstehe ich, weshalb Wohnmobile nicht auf die Wiese dürfen. Der Boden ist so nass und schwer, dass bei jedem Schritt etwas Wasser herausquillt und sich kleine Pfützen um die Stiefel bilden.

Uig Campsite

Ich suche mir die am wenigsten nasse Stelle ganz am Rand der Zeltwiese und schlage mein Lager auf. Sowie ich mich auf den Zeltboden knie, bilden sich feuchte Stellen auf dem Boden. Zuhause muss ich unbedingt ein neues Zelt kaufen.

Bakur Bar Uig

Bakur Bar Uig Isle of Skye Als das Zelt fertig eingerichtet ist, gehe ich zu Fuß runter zum Hafen. Mir ist total warm und ich habe Durst. Vielleicht kann ich irgendwo ein kühles Bier trinken.

Auf dem Kai am Fähranleger steht ein kleines Pub, die Bakur Bar. Sie wird gerne von den Dockarbeitern der Caledonian MacBrayne Reederei besucht, jedenfalls bin ich momentan die einzige Touristin.

Die Männer tragen Arbeitshosen, Flanell­hemden und Sicherheits­stiefel. Mir ist etwas mulmig als ich mich an die Bar setze, aber die Jungs starren weiterhin trübe in ihr Bier und beachten mich überhaupt nicht.

Dafür ist die Blonde hinterm Tresen total freundlich und ich fühle mich gleich etwas wohler. Wenigstens bin ich nicht die einzige Frau in dem Schuppen.

Ich bestelle ein Lager und setze Pieps neben das Glas auf den Tresen. Zwei Barhocker weiter sitzt ein Typ und guckt erstaunt zu uns rüber. Als ich ihm MacPieps The Mouse vorstelle, geht sowas wie ein Lächeln über sein Gesicht und er erzählt mir dass er Ian heißt, aus Edinburgh kommt und hier am Dock arbeitet. Er sei jeden Abend hier, ob ich öfter...? Nein, bin ich nicht. Wenigstens bringe ich ihn dazu, ein Foto von uns Dreien zu machen, von Pieps, dem Bier und von mir.

Nach dem zweiten Pint verschwinde ich aus der Bakur Bar und gehe zurück ins Camp, um die Ribeye Steaks zu braten. Das Scottish Angus Beef ist wirklich das beste Fleisch, das ich je gegessen habe. Nur das Amerikanische Entrecote von PLAZA in Kiel kann da noch mithalten, aber das kostet auch 55 € pro Kilo.

Svenja mit Zelt und Motorrad auf Skye Uig Campsite

Beschreibung

Nach dem Essen gehe ich runter zum Waschhaus und entdecke am schwarzen Brett einen Zettel, der mich neugierig macht: "Full Scottish Breakfast. Only 5£. Ask at the house for further details."

In der Rezeption erfahre ich, dass hier auch B&B angeboten wird und sich Camper für 5 £ ins B&B Frühstück einkaufen können. Ich zahle 5 £ und habe morgen früh um acht im guesthouse ein date mit Black Pudding...

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Svenja Svendura Panic Coda iMacMade by Svenja Svendura on Apple iMac with Panic Coda and Photoshop Elements.